Es ist wieder da: Die Känguru-Apokryphen

Im Vatikan-Staat wird kein Kindergeld bezahlt. Außerdem liegt die Arbeitslosenquote im nicht messbaren Bereich. Folglich erhofft sich die Bundesregierung eine deutliche Senkung der Arbeitslosenzahlen, wenn sie das Kindergeld abschafft.

Willkommen in der Logik innerhalb des Känguru-Universums. Irgendwo zwischen dem “Kategorischen Aperitif” und der “Ja, ja, Arschlecken”-Computertaste bewegen sich Autor und Protagonist Marc-Uwe Kling und sein sprechendes kommunistisches Känguru durch den (real-)satirischen Alltag und dessen Tücken. Die Zugabe, wie sich das jüngste Werk wohl selbst definiert, schließt da an, wo die Trilogie aufhört. Also jetzt nicht chronologisch aber auf dem vergleichbaren Humorlevel. Es tauchen alte Charaktere in neuen Situationen auf, am Setting hat sich kaum etwas verändert und auch die fast schon lächerlich realitätsnahe Gesellschaftskritik ist wieder einmal on-point. Zudem werden Klings kreative Ergüsse, wie einst die falsch zugeordneten Zitate oder unerkannten subtilen Beleidigungen, um weitere neue Errungenschaften erweitert. Dialoge selbst in Anwesenheit des Gesprächspartners selbst so zu führen, wie man sie sich eloquenterweise wünschen würde, ist nur eine dieser Ideen. Auch die Beichtstuhlsequenz klingt so unfassbar nah an der Realität, dass jede Kopfkino-Szene ein purer Genuss ist.

Die Rückkehr zum Neuen

Die Handlung selbst folgt keinem roten Faden sondern ist eine Aneinanderreihung von Anekdoten und schließen diese Zugabe mit der Ankündigung des Kinofilms ab, für den die Dreharbeiten tatsächlich erst vor wenigen Tagen begonnen haben. Das Buch – oder seien wir uns mal ganz ehrlich – das Hörbuch (nur so ergibt dieses Werk Sinn) holt von Sekunde Eins an den vorfreudigen Zuhörer sofort wieder in die chaotisch-kranke Wohlfühlzone der Känguru-Welt.

Es ist ein Zusammenschnitt von bisher nichtveröffentlichten Aufnahmen bei Live-Lesungen. Und man stolpert wie erhofft über das Asoziale Netzwerk, Kinoticket-Verkäufer, Kneipenabende bei Herta und Nazis, die sich in diesmal sogar in tiefsinnige Gespräche verwickeln lassen. Das kommunistische Känguru ist mit dieser – nennen wir es mal – Bonusausgabe eine mehr als willkommene Möglichkeit, die Wartezeit bis zum Film zu überdauern. Wem das noch nicht reicht, der sollte (wenn noch nicht geschehen) schleunigst „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling nachholen. Das Buch kam zwischen der K-Trilogie und den Apokryphen raus, behandelt ein völlig anderes Thema in einer nicht so weit entfernten Zukunft. Aber steht in Sachen Humor den Beuteltiergeschichten in nichts nach. Zu erhalten wäre Qualityland über diesen Ref-Link.

Wer meint, den kapitalistischem Hintergedanken des Kleinkünstlers nun auch noch mit dem Kauf des neuesten Känguru-Hörbuchs unterstützen zu müssen (zwingend empfohlen), der könnte sogar mit einem Klick aufs Bild per Ref-Link direkt zur Amazon-Seite gelangen:

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